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Johannes-Schubert-Preisverleihung:
Naturschutz in Brandenburg geht auch digital


© HNEE 2018


Die diesjährigen Preisträger*innen (von links nach rechts):
Silke Finn Wachtel, Fabian Schreiber und Maritta Wolf. Julian Ogrodnik konnte leider nicht anwesend sein.

© HNEE 2018


Die Johannes-Schubert-Stiftung zeichnet am 13. November 2018 vier herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) aus. In diesem Jahr sind alle Preisträger*innen Absolvent*innen des Fachbereichs Landschaftsnutzung und Naturschutz.

Werden Moore in Brandenburg wieder vernässt, ist das ein Beitrag zum Klimaschutz, da Kohlenstoff in ihnen gehalten werden kann. Zur Finanzierung solcher Maßnahmen gibt es Moorfuture-Zertifikate*, die Unternehmen kaufen können, um den eigenen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu kompensieren. Doch wie viel CO2 kann durch die Vernässung tatsächlich eingespart werden? Damit beschäftigte sich Silke Wachtel im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“. „Die von ihr vorgelegte Bachelorthesis widmet sich einem hoch aktuellen und komplexen Thema der Vernetzung von Geländedaten mit Berechnungen von Treibhausgasemissionen in einem diesbezüglich zertifizierten Moorgebiet“, lobt die betreuende HNEE-Professorin Vera Luthardt. Die Rehwiese, das untersuchte Gelände im Landkreis Oberhavel/Stadt Liebenwalde, sei das erste Brandenburger Objekt des Verkaufs von „Moorfuture“ auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt und stehe demzufolge unter einem hohen Erfolgs- und Nachweisdruck. „Frau Wachtel ist es gelungen, mit ihrer entwickelten Methodik, die Erfolgskontrolle für die Vernässungsmaßnahmen zu vereinfachen und transparenter digital darzustellen. Damit wurden zugleich konservative Abschätzungen des Reduktionspotentials deutlich übertroffen“, so Vera Luthardt.

Hilfreiche Erkenntnisse lieferte auch Julian Ogrodnik mit seiner Bachelorarbeit im gleichen Studiengang. Er beschäftigte sich mit der Renaturierungsplanung am unteren Planfließ im Naturpark Schlaubetal. Detailliert sammelte er wichtiges Datenmaterial, „das auch hydrologische Parameter, wie der realen/potentiellen Verdunstung durch die Fischteiche und der hydraulischen Wirksamkeit beim Ablassen derselben sowie der daraus folgenden Konsequenzen für die Abflussmengen und die aquatischen Organismen beinhaltete“, heißt es in der Bewertung von HNEE-Dozentin Dr. Jana Chmieleski. Mit dieser Arbeit habe der HNEE-Absolvent einen wichtigen Beitrag zur Planung der Maßnahme für den Naturpark Schlaubetal geleistet.

Anknüpfungspunkte und Handlungsempfehlungen sind auch der Masterarbeit von Maritta Wolf, Studiengang Regionalentwicklung und Naturschutz (RuN), zu entnehmen. Sie thematisierte die Auswirkungen von künstlichem Licht auf verschiedene Fledermausarten in Berlin. Eingebunden in ein größeres Forschungsvorhaben betrachtete sie sowohl die Fledermaus(arten)vorkommen als auch Lichtquellen, -arten, und -intensitäten. Weitere Parameter wie Gehölzstrukturen und Mikroklima berücksichtigte sie ebenfalls. „Frau Wolf legt eine ambitionierte und unmittelbar praxisbezogene Arbeit zu einem aktuellen Naturschutzthema vor“, lobt Prof. Dr. Antje Stöckmann, die die Arbeit betreute.

Bis nach Griechenland zog es Fabian Schreiber, der ebenfalls seinen Master in RuN absolvierte. Er untersuchte das Vorkommen und die Bedeutung von aasfressenden Käfern in einem trockenen Landschaftsraum der Insel Kreta. Wobei er die Frage aufwarf, ob die Zusammensetzung der Aaskäferfauna durch die Standortfaktoren bedingt ist? „Mit diesem Thema betrat Herr Schreiber ökologisches und naturschutzfachliches Neuland“, sagt die betreuende Dozentin Prof. Dr. Antje Stöckmann und fügt hinzu: „Es ist zu wünschen, dass das Thema in größerem Rahmen weitergeführt und die Erkenntnisse umgesetzt werden.“

Die Auszeichnung der Johannes-Schubert-Stiftung ist mit einem Betrag von 1000 Euro pro Arbeit verbunden. Eine Jury bestehend aus sechs Wissenschaftler*innen und Lehrenden der HNEE wählte die diesjährigen Preisträger*innen aus.


Über die Johannes-Schubert-Stiftung



Die Johannes-Schubert-Stiftung verwirklicht ihren Zweck durch die Förderung und Prämierung von wissenschaftlichen Arbeiten besonders befähigter Studierender an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde - sowie von Bachelors und Masters of Science, die an der Hochschule wissenschaftlich tätig sind und ökologische, insbesondere meteorologische Themen bearbeiten. Sie ist die erste privatrechtliche Stiftung im Land Brandenburg, die wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden auszeichnet. Die Preise werden jährlich zum Gedenken an Prof. Dr. Johannes Schubert (11.6. 1859 — 27. 9. 1947) verliehen. Die erste Preisverleihung fand 1996 statt. Mehr Infos unter: www.hnee.de/K4366


*Mehr zu den Moor-Future-Zertifikaten unter www.moorfutures.de


Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Fachkontakt

Prof. Dr. Andreas Linde

Vorsitzender der Johannes-Schubert-Stiftung

Telefon: 03334 657-190

E-Mail: Andreas.Linde@hnee.de


HNEE-Pressestelle

Annika Bischof

Hochschulkommunikation

Forschungs- und Transfermarketing

Telefon: 03334 657-227

E-Mail: Annika.Bischof@hnee.de


Die vollständige Pressemitteilung als PDF finden Sie hier